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| Achtung: Diese Website bleibt als Archiv online. Sie enthält Hyperfictions der Frühphase, die in den Jahren bis 1998 entstanden sind. Eine neue aktuelle Liste (Datenbank) findet sich auf www.cyberfiction.ch. |
WWW Hyperfiction Liste
Diese Liste ist der Versuch, ein brauchbares Textkorpus deutschsprachiger Hyperfiktionen zusammenzustellen. Die entstandene Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn die Texte, die im Netz zu sichten wären, haben in den zweieinhalb Jahren seit Beginn dieser Arbeit fast exponentiell zugenommen. Einige Listen von englischsprachigen Hyperfiktionen gab es schon vorher. Beim Zusammenstellen der Texte habe ich mich zu Beginn denn auch von der selektiven und guten 'Web Hyperfiction Reading List' von Carolyn Guyer und der sehr umfangreichen Liste 'Hyperizons' von Michael Shumate anregen lassen.
Die Liste wird in zwei Teilen geführt: einerseits die WWW Hyperfiction Liste und andererseits eine ergänzende Liste mit elektronischen Texten, die vorwiegend lineare Strukturen aufweisen oder sich eher dem Bereich der visuellen Kunst zueignen.
Die Liste wurde erstmals im September 1996 im World Wide Web zugänglich gemacht. Die vorliegende revidierte Fassung stammt aus dem Dezember 1998. >>> Ja, Sie haben richtig gelesen, der letzte Eintrag ist drei Jahre alt. Der Grund: Diese Website dient als online-Archiv der Hyperfiction-Frühphase mit Verweisen auf Texte, die in den Jahren bis 1998 entstanden sind. Eine neue aktuelle Liste (Datenbank) mit zahlreichen zusätzlichen Materialien findet sich auf der Nachfolge-Site www.cyberfiction.ch.<<<
Vorschläge und Empfehlungen nimmt der Autor nach wie vor gern entgegen. Meine E-Mail-Adresse lautet: besuter@update.ch. Herzlichen Dank für die bisher eingegangenen Hinweise und Tips.
Zahlreiche deutschsprachige Hyperfiktionen und elektronische Hypertexte finden sich in den Online-Archiven der Internet Literaturwettbewerbe 1996/1997 und 1998, welche Die Zeit in Zusammenarbeit mit diversen Organisationen ausgerichtet hat. Siehe:
Internet Literaturwettbewerb Pegasus 1998
Alle Beiträge des Wettbewerbs von 1996
Alle Beiträge des Wettbewerbs von 1997
Weitere gute Einstiegsmöglichkeiten ins Thema bieten folgende Websites:
Mailingliste Netzliteratur
die Textgalerie
Dichtung Digital
Im Winter 1997/98 fand an der Universität Zürich ein Seminar von Professor Dr. Michael Böhler mit dem Titel "Oraliteralität. Von Wandersagen zum Hypertext." statt, das sich unter anderem mit Hyperfiction befasste. Eine Blockveranstaltung, die das Seminar begleitete und vom Autor dieser Website geleitet wurde, befasste sich mit aktuellen Sprech- und Schreibprojekten im Internet: "Sprechen und Schreiben im Netz".
Digitaler Diskurs: Vom 21. bis 24. Januar 1999 fand in Romainmôtier, Schweiz, das Symposium Digitaler Diskurs zum Thema 'Internet und Literatur' statt. Organisiert wurde es vom ARC und dem Kulturprozent der Migros Schweiz. Experten aus Literatur und Neuen Medien sowie diverse Autorinnen und Autoren von Hyperfictions diskutierten die Experimente der neuen Avantgarde der Literatur, die nach Erweiterungsmöglichkeiten literarischer Gestaltungsweisen sucht.
Hyperliterarisches Lesebuch: Aus dem Digitalen Diskurs in Romainmôtier entstand schliesslich ein Buch mit CD-ROM. Es umfasst 11 Essays zum Thema in Printform und bietet auf der CD-ROM 24 Hyperfictions an. Informationen dazu finden sich auf hyperfiction.ch. Buch und CD sind in allen Buchhandlungen erhältlich. Hier die bibliografischen Angaben: Beat Suter/ Michael Böhler (Hgg.): Hyperfiction. Hyperliterarisches Lesebuch: Internet und Literatur. nexus 50. Stroemfeld: Basel/ Frankfurt a. M. 1999. 232 Seiten plus CD-ROM. Preis: DM 39.80, CHF 38.00.
Hyperfiktion und interaktive Narration (Beat Suter 2000): Die Dissertation des Autors dieser Website bietet den umfassenden Hintergrund zum Textkorpus auf diesen Seiten. Beziehen kann man das Buch über den update Verlag, der auch die neue hyperliterarische Reihe "edition cyberfiction" herausgibt.
Kriterien: Eine minimal längere Einführung zur 'WWW Hyperfiction Liste' sowie eine Kurzfassung der Kriterien für Hypertexte zur Aufnahme in die Liste finden sich auf einer separaten Seite.
Ein Eintrag in die Hyperfiction-Liste wird folgendermassen strukturiert sein:
[a] Titel (als Link zum Text)
[b] Autor
[c] Verlag, Ort, Erscheinungsjahr. b= Buch, d= Disketten, cd = CD-Rom
[d] URL des Textes
[e] Enstehungsdatum, Überarbeitungen
[f] Datum der Sichtung
[1] Inhalt
[2] Typologie
[3] Format, Technik
[4] Rezeption
[5] [Name des Autors als Link zu seiner Homepage]
WWW HYPERFICTION EINZELNER AUTOREN
In deutscher Sprache:
[a] Die Aaleskorte der Ölig
[b] von Dirk Günther und Frank Klötgen
[d] http://www.pegasus98.de/user/pegasus/beitr184/
[e] 1998
[f] 28.11.1998
[1] Die Aaleskorte der Ölig ist ein Bilderdrama in 20 Szenen. Gespielt wird es von einem Schauspielerensemble aus zwei Schauspielern, einer Schauspielerin, einem Aal und dem Kinderchor. Der Leser soll die Regie übernehmen. Es geht um den Aalmythos, bzw. um ein Festmahl, bei welchem der Aal verspiesen werden soll. Mittels kurzer Regieanweisungen wie "Hohmann bereitet die Hinrichtung vor" oder "Die Ölig stellt sich ihrer Schuld" kann der zum Regisseur mutierte Leser/Zuschauer entscheiden, was er sehen will. "Je nach Regietalent versteht er früher oder später, worum es in der Geschichte geht. Zahlreiche Assoziationsmöglichkeiten und Vieldeutigkeiten machen Bezüge auch zwischen den verschiedenen Ebenen möglich und knüpfen das Netz der Geschichte allmählich immer enger", beschreibt Susanne Berkenheger die Möglichkeiten dieser Hyperfiktion. Nach dem Zusammenstellen der 20 Szenen werden diese geladen, dann bekommt der Leser/Zuschauer 20 Fotos mit kurzen Texten zu sehen, die wie ein Film oder eher eine Diaschau ablaufen. Am Ende jeder 'Neuverfilmung' winkt Hohmännchen, der Aalverkäufer, mit dem Aalkopf goodbye.
[2] Lesergesteuerte (Zufalls)Kombination von 20 Textteilen zu einem Drama
[3] HTML 4.0, Javascript und Java
[4] Preis des Internet Wettbewerbes der Zeit 1998. "Es ist ein Genuß, die Aaleskorte in immer wieder neuem Licht abzufilmen", meinte die Jurorin Susanne Berkenheger in ihrer Laudatio.
[5] [Günther, Dirk und Klötgen, Frank]
[a] Der Brandenburger Tor. Ein Führer
[b] von Olaf Trunschke
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Trunschke/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Ein indexierter Reiseführer, der entweder vom Index her oder über einen labyrinthischen Weg erkundet werden kann. Geographische Orte von Akademie bis Zinken ergeben einen Stadtplan. Hinter der einerseits klaren, andererseits labyrintischen Struktur mit vielen Schlaufen eröffnen sich witzige Perspektiven. Beispielsweise unter dem Stichwort Lügen. Leider ist sowohl der Endpunkt, als auch der Index von jedem Punkt her erreichbar, was die labyrinthische Erfahrung verdirbt.
[2] Labyrinth mit sehr vielen Schlaufen. Der Startpunkt ist auch der Endpunkt.
[3] HTML 2.0, Indizes mit grafischen Symbolen.
[4] Dritter Preis im 1. Internet Literaturwettbewerb der Zeit 1996.
[a] Core
[b] Peter Berlich
[d] http://wettbewerb.ibm.zeit.de/teilnehmer/berlich
[e] 1992/07.1997
[f] 09.12.1997
[1] Core ist eine Geschichtenmaschine, die die Begegnung von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman im Film Casablanca neu erzählt, beziehungsweise parodiert. Als Oberfläche dient die Imitation eines nostalgischen grünen Computer-screens: In der oberen Hälfte sind die Programmiercodes der Erzählmaschine simuliert, in der unteren Hälfte läuft die Geschichte "Casio Blanco" ab. "Die dramatische Geschichte eines Mannes in einem Dreieck aus Liebe, Gewalt und Teilchenphysik", wie Berlich meint. Eine witzige Sache, wenn man sich an den etwas nervigen Umgang mit der (ironisierten) Erzählmaschine gewöhnt hat.
[2] Linear(e Parodie) mit Bifurkation an einer Stelle
[3] HTML 3.2 mit Frames
[4] Preis des Internet Literaturwettbewerbes der Zeit 1997
[a] Dadadata - die transelektrischen Verse
[b] von Hartmut Landwehr
[d] http://www.hsl.com/dada/
[f] 20.09.1996
[1] Landwehr bietet dem Leser an, mit Knopfdruck in Dadamanier zehn Sätze zu kreieren. DADADATA heisst das Zufallsprogramm, mit dem laut Landwehr "völlig neue Satzkonstellationen und bisher nicht benutzte Redewendungen generiert werden". Dabei kommen Sätze heraus wie: "Warum blüht das hygrometische Dufix auf?" und "Weil der repräsentative Exporteuer proportinoniert".
[2] Zufallsgenerierung
[3] HTML 3.2, CGI-Skript.
[4] Eine Persiflage auf die Produktion von Literatur.
[a] Der spreche das erste Wort
[b] von Jens Eisert
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Eisert/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Der ganze Text ist auf einer Seite plaziert. Nach den einzelnen Textabschnitten sind jeweils ein oder zwei Links mit Symbolbildern gesetzt. Eine Art kurzes Theaterstück, zumindest ein Dialog mit fünf Schauspielern (A-E), der trotz den spärlichen Verwzeigungen zu verschiedenen Durchläufen der Geschichte führen kann. Im Untertitel: ein interaktives Stück über Kommunikation. Anfang und Ende bleiben sich immer gleich.
[2] Labyrinth-Tour
[3] HTML 2.0, Grafiken.
[a] Das Einstein-Bose-Kondensat
[b] von Burkhard Schröder
[d] http://www.burks.de/seite1.html
[f] 20.09.1996
[1] Ein Krimi, der im Jahre 2001 spielt. FBI und Europol suchen die Cypherguerillas, drei Internet-Terroristen, die militärische Geheimnisse im Internet blossgelegt hatten. Schröder baut seine Fiktion mit täuschend echten FBI-Archiv-Steckbriefen, Europol-Files, Zeitungsartikeln und E-Mails auf und verwebt sie zu einem mysteriösen Krimi, der auch einige thematisch stimmende Links ins bestehende Netz hinaus aufweist.
[2] Rhizom
[3] HTML 3.2, Fotos, Archie-Maske, E-Mails, Links nach aussen.
[5] [Schröder, Burkhard]
[a] Flucht aus Flachland
[b] von Manfred Klenner
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Klenner/00index.htm
[d] http://www.coling.uni-freiburg.de/~klenner/flachland/titel.htm
[f] 20.09.1996
[1] Eine Kurzgeschichte, die von Volker und Anna handelt. Fiktion auf verschiedenen Ebenen: Realität, Traum, Buch von Flachland. Es stehen jeweils null bis fünf Links zur Auswahl, wie es weitergehen soll. Das Strukturschema des Textes ist stets links oben in einer Grafik konsultierbar.
[2] Labyrinth-Tour (mit drei Strängen und einer Navigationshilfe, aber ohne eigentlichen Endpunkt)
[3] HTML 2.0, grafisches Hypertextschema.
[a] Die imaginäre Bibliothek
[b] von Heiko Idensen und Matthias Krohn
[c] Auch: cd In: EMAF, A.M.I.: of(f) the w.w.web. Hildesheim und Giessen: A.M.I. 1996.
[d] http://www.uni-hildesheim.de/ami/pool/home.htm
[e] (1990) 1994
[f] 20.09.1996
[1] Idensen und Krohn wollten einen Prototyp für den Umgang mit elektronischen Textfragmenten kreieren, der auf der Oberfläche eines Hypertetxprogramms verschiedene literarische Experimentalformen (Permutationen, Cut-Up, Visuelle Poesie etc.) realisiert. Sie transformierten die reale Rund-Bibliotheksinstallation der Ars Electronica 1990 ins World Wide Web. Es entstand eine Online-Bibliothek mit 460 Hypertetxtknoten und 2635 Hyperlinks, die eher enzyklopädisch, denn literarisch ausgerichtet ist. Idensens und Krohns Ziel war es, den Benutzer durch verzweigtes assoziatives Lesen und Navigieren in ein Netzwerk aus Texten zu verstricken und somit seine Beteiligung am Imaginationsraum Bibliothek zu simulieren.
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0
[4] Eines der ersten literarischen Hypertextprojekte in deutscher Sprache, wenn nicht überhaupt das erste. Das Projekt entstand in Grundzügen schon 1990 für die Ars Electronica in Linz 1990 damals als Installation im Raum. Eine Online-Version der Bibliothek arbeiteten Idensen und Krohn 1994 aus.
[5] [Idensen, Heiko und Krohn, Matthias]
[a] Internet-Krimi
[b] Roger Graf
[d] http://www.access.ch/rgraf/Krimi/krimiStart.html
[e] 22.01.1997
[f] 02.04.1997
[1] Der Schweizer Schriftsteller Roger Graf, bekannt durch seine Radio-Krimis «Maloney»auf dem Sender DRS3, präsentiert seinen ersten Internetkrimi. Der Leser oder Surfer wählt aus, welche Seite er aufsuchen möchte: Tatort, Zeugen, Verdächtigen, oder eine heisse Spur. Zeugenaussagen, Verhöre und Aktennotizen der Polizei können eingesehen werden, so kann man dem Täter langsam aber sicher auf die Spur kommen. Es finden sich auch einige Hyperlinks, die nach aussen verweisen.
Graf einführend dazu: «Dieser erste Fall ist relativ kurz, sozusagen als Appetizer für komplexere Fälle. Selbstverständlich werde ich künftig noch vermehrt mit Bildern, Audio und anderen multimedialen Nettigkeiten arbeiten. Jetzt aber nix wie los, die erste Leiche wartet bereits auf Sie.»
Die erste Leiche, das ist Fridolin Summermatter. Er wurde kurz nach acht Uhr abends in seinem Büro erschossen. Während der Tatzeit befanden sich nur zwei Personen in dem trostlosen Bürohaus...
[2] Baumstruktur
[3] HTML 3.2, Karikaturen
[5] [Graf, Roger]
[a] Internet-Movie nicht mehr auffindbar
[b] Ilija Trojanow
[d] http://www.zdfmsn.de/frames.asp?id=3000?=/kultur/aspekte/action/novel2/index2
[e| 1997
[f] 18.03.1997 (Fertige Version: 24.02.1998), (nicht mehr im Web: 04.12.1998)
[1] «Novel in Progress» ist ein Internet-Projekt der ZDF-Kultursendung Aspekte. Trojanow ist nach Westphalen der zweite Autor, der einen Roman in der Öffentlichkeit des Web schreibt. Der Titel des Romans: europa in einem jahr der zukunft, eine welt namens autopol. Während Seite für Seite des «Internet-Movies» entsteht, können auch Änderungen und Korrekturen mitverfolgt werden, und es besteht die Möglichkeit, mit dem Autor in der «KONTAKTZONE» über seine literarischen Zukunftsvisionen zu parlieren. Inhalt des Romans: «der fernstrassenausbau wurde eingestellt. ein teil des autobahnnetzes ist eingemauert, von dem restlichen verkehr abgetrennt. zu dieser geschlossenen welt und aus ihr heraus führen nur transits, schwer bewachte übergänge, die man per richterlichem dekret ohne rückkehrchance passiert, oder weil man keine andere lebensalternative hat. dieser teil der autobahn wird von dem grössten konzern des kontinents, der TETA, verwaltet,...»
[2] Labyrinth mit manchen lexikalischen Verweisen sowie Subgeschichten in Kettenstruktur, ein Ende (Ziel) ist vorhanden.
[3] HTML 3.2, Grafiken, Fotos mit Meta-Tags simulieren Filmsequenzen
[5] Trojanow, Ilija
[a] konkrete hyperpoesie - wie gesponnen, so zerwebt
[b] von olaf koch
[d] http://www.holarchy.com
[f] 20.09.1996
[1] Konkrete Hyperpoesie. Koch kalauert in schönster konkreter Manier. Seine Texte bestehen meist aus zwei drei Worten und einem oder mehreren Links. Einfache konkrete Poesie, die das Medium Link auszuschöpfen versucht. Auf Papier würden die meisten Texte nicht funktionieren. Koch nennt seine Texte Hyperlyrik.
[2] Rhizome, teils linear
[3] HTML 2.0, nur Text, einzelne Worte und Buchstaben als Links.
[5] [Koch, Olaf]
[a] kwadrant c/y
[b] von Oliver Gassner
[d] http://literatur.lake.de/in/og/
[d] http://www.geocities.com/Paris/9378/
[e] 1997
[f] 20.01.1999
[1] kwadrant c/y von Oliver Gassner ist ein experimentelles Stück, bzw. Essay über die Möglichkeiten, mit der Technik des Internets konkrete Literatur zu erarbeiten. Ideenreich und angefüllt mit viel Reflexion über das Medium Internet. Die Silben und Worte "cyber, these, syn, anti, space, hyper, text" tanzen und blinken, sie kombinieren sich neu, sagen im nächsten Moment genau das Gegenteil aus, von dem, was sie gerade zuvor behaupteten. kwadrant c/y ist ein Stück übers Kreieren und Manipulieren mit Medien und Worten. Worte lösen sich auf, es finden sich ein zerbrochener Link, eine Absturzseite, Versuche übers weisse Rauschen und über die Abblidung von Farbe mit Worten etc. Und immer wieder folgen Einschübe zur Entstehung des Stücks, die dasselbe auch kritisch beleuchten wollen. "Sich im netz zu bewegen - ist eine andere art des denkens. [...] Sachliche metakommentare vermischen sich mit subjektiv-metaphorischen oder gar widersprüchlichen selbstkommentaren", sagt Gassner selbst. "die verunsicherung des lesenden ist die verunsicherung desjenigen, der sich der textflut des internet gegenübersieht, und der nicht entscheiden kann, welche quelle vertrauenswürdig ist, und welche nicht."
[2] Blinkende Text, animierte Abläufe, Kommentare, Links nach aussen und Hyperlinks mit Rhizomstruktur
[3] HTML 4.0, Javascripts.
[4] Stark reflexiv in Bezug auf das Medium Internet. Neue konkrete Literatur.
[5] [Gassner, Oliver]
[a] Der lange Weg zur Pizzeria Universo
[b] von Odile Endres, Franc Wagner
[d] http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~h41/Odile/pizz0.htm
[f] 20.09.1996, 01.10.1997
[1] Eine Alltagsgeschichte, die dem Kopf einer (nicht?) überarbeiteten Werberin entsprungen ist. Sie bestellt per Internet eine Pizza beim Pizzakurier und wünscht sich insgeheim einen Adonis als Pizzaboten, den sie vernaschen kann. Und o schreck, bei der Wahl der richtigen Pizza taucht er prompt aus dem Cyberspace auf. Die Links führen zu einer abgehobenen und einer realen, alltäglichen Variante. Beide enden in der Erkenntnis sich im Cyberspace verloren zu haben (im Auto herumirren) - Endres bleut einen die Metaphern mit dem Zaunpfahl ein. Die popigen Tapetenmuster und die Pizzanamen sind das Beste am Text.
[2] minimale Labyrinth-Tour mit zwei Enden
[3] HTML 3.0, Hintergrundmuster.
[5] [Endres, Odile, Wagner, Franc]
[a] Die Leiden des jungen Writer
[b[ von Christoph Andre
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Andre/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Ein Sprachgewurstel in einer einziger Textdatei. Über diverse innere Links werden Sätze und Abschnitte miteinander verbunden, so dass ein sprunghafter Leseprozess entsteht.
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0
[a] Die letzte Reise des blauen Falken nicht mehr im Web
[b] von Sven Sander
[c] cd In: EMAF, A.M.I.: of(f) the w.w.web. Hildesheim und Giessen: A.M.I. 1996.
[d] (nicht mehr im Web vorhanden 12.03.1998)
[e] 1995/ 1996
[1] Momentaufnahmen, kurze emotionale Sätze und Alltagsgeschichten, die rhizomartig vernetzt sind. Sander arbeitet mit bildhaften Metaphern im Text und mit grafischen Bildern, die den Text unterstützen. Die Texteinheiten sind relativ klein und einprägsam.
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0
[a] Looppool - ein Hyperpoetry-Clip
[b] von Bastian Böttcher
[d] http://www.pegasus98.de/user/pegasus/beitr147
[e] 1997
[f] 31.12.1998
[1] Böttcher kreiert einen interaktiven, bzw. dynamischen Rap in Form eines Gewebes aus Bändern. Die Leserin erhält die Möglichkeit, den Rapsätzen nachzusurfen. Die Shockwave-Datei hat eine lange Ladezeit, es lohnt sich jedoch zu warten. Das surfbare Soundlabyrinth glänzt mit witzigen Rapsätzen. Es macht Spass mit der Tastatur den roten Rap-Ball in die gewünschten Windungen zu schicken und damit neue Satzkombinationen auszulösen.
Böttcher selbst stellt seine eindrückliche Arbeit folgendermassen in einen grösseren Zusammenhang: "Das Looppool Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie die Zukunft der Internet-Lyrik und Musik in Zeiten von schnelleren Übertragungsleitungen, Mpeg4- und C-Sound-fähigen Browsern aussehen könnte. Dieser Looppool ist Prototyp für einen Browser, der zeitabhängige, verzweigte Media (gesprochenen Hypertext, HyperSound und HyperVideo) flüssig als interaktiven MediaStream aus dem Internet widergeben kann. Hypermedia wird hier nicht als blosse Verknüpfung von einzelnen statischen Seiten, Klängen und Bildern verstanden, sondern als Fluss von verzweigten Abläufen, die an ihren Schnittstellen nahtlos ineinander übergehen begriffen. In wenigen Jahren kann jeder Internet Nutzer seinen eigenen Looppool-Pfad zum bestehenden Looppool-Gewebe hinzudichten oder hinzukomponieren. Das Ornament wird ständig erweitert und die einzelnen Looppool Pfade werden mehrspurig sein, so dass Text, Musik und Bild(-sequenzen) parallel ablaufen können. Die einzelnen Spuren sind vom Benutzer nach Wunsch an-, aus- und umschaltbar. Auf diese Weise kann sich jeder Looppool-Surfer sein Multimedia Erlebnis nach eigenen Vorlieben zusammenstellen. Das Funktionsprinzip des Looppools ist schon jetzt auf die hypermediale Struktur des Internets abgestimmt und kann später - wie das World Wide Web - von jedem erweitert werden."
[2] Labyrinth
[3] Shockwave
[4] Beim Internet Wettbewerb der Zeit 1998 von der Jury inoffiziell als preiswürdig erachtet, erhielt aber schliesslich (nur) einen Sonderpreis.
[5] Böttcher, Bastian
[a] Die Lyrikmaschine
[b] von Martin Auer
[d] http://ourworld.compuserve.com/homepages/Poetry_Machine/
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Auer/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Der Wiener Schriftsteller Martin Auer baut ein virtuelles poetisches Netz auf mit alten Reimen. Die Lyrikmaschine simuliert die assoziative Verknüpfung der "poetischen Formeln im Gedankenuniversum des Dichters", so Auer. Das poetische Netz lässt sich in alle Richtungen erforschen. Einzelne Gedichtzeilen werden thematisch mit neuen Gedichten verlinkt. Manchmal sind Umwege unumgänglich. "Irrwege", so lässt uns der Autor weiter wissen, "sind die kürzeste Verbindung zwischen je zwei Gedanken."
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0, Grafik.
[5] [Auer, Martin]
[a] Mal was tun
[b] Philipp Sonntag, Thomas Würfel
[d] http://wettbewerb.ibm.zeit.de/teilnehmer/wuerfels
[e] 17.07.1997
[f] 09.12.1997
[1] Die Kurzgeschichte eines Banküberfalls auf die Filiale einer Raiffeisenbank. Erzählt aus der Perspektive verschiedener Beteiligter, zweier jugendlicher Bankräuber sowie der jugendlichen Kassierin. Ergänzt durch die Briefe aller an alle nach dem Fehlschlagen des Überfalls.
[2] Rhizom
[3] HTML 3.2, Bleistiftzeichnungen
[a] Mein Kosmos nicht mehr im Web
[b] von Joseph von Westfalen
[c] Systhema Verlag, Frankfurt a. M. 1996, cd
[d] http://www.systhema.de/kosmos/Welcome.html
[f] 20.09.1996, (nicht mehr im Web: 04.12.1998)
[1] Literarisches Biografie-Spiel, das die technischen Möglichkeiten von Hypertext und Bildintegration auslotet und teils als funktionsgebende Elemente nutzt. Westphalen hat auf der CD-Rom ein Leporello aus Zeitungsausschnitten, Textstellen und eigenen Notizen verarbeitet, das aus seiner Studentenzeit stammt. Ausgehend von dieser Collage erschliessen sich 25 Jahre seiner Biografie mit Texten, Werken und Lesungen auf eine ironische Art und Weise.
[2] Rhizom
[3] Authorware
[a] Metatron
[b] von Holbein-Holding (Ginevra Godin, Michael Harenberg, JoeL, Frank Fiedler)
[d] http://audio.uni-lueneburg.de/meta/schalter.html
[e] 1998
[f] 31.12.1998
[1] "Metatron von Kyon" ist ein Textkonvolut aus ziemlich schrägen Textfragmenten zum Thema Aids, Krankheit, Sex, Liebe, Hypertext und Architektur mit Versatzstücken aus Epen und Kunstgeschichte, die nicht in Teilen, Kapiteln oder Szenen, sondern in (zerreissenden) "Seilen" organisiert sind und weit in die Zukunft reichen. Hörspielmässig sind Teile des Projektes als Audio-Dateien abspielbar. Metatron wird der stark erweiterte Komplex des Petersdoms in Rom Mitte des 21. Jahrhunderts genannt. Emotion und Information vermischen sich. Die Jury des Zeit Wettbewerbes bezeichnete das Projekt als "spätexpressionistisch".
[2] Rhizom
[3] HTML 4.0, Shockwave und Soundeffekte
[4] Beim Internet Wettbewerb der Zeit 1998 von der Jury inoffiziell als preiswürdig erachtet, erhielt aber schliesslich keinen Preis.
[5] Holbein Holding
[a] noise 99
[b] von Oliver Gassner
[d] http://literatur.lake.de/in/og/
[e] 1998/99
[f] 23.01.1999
[1] Oliver Gassner präsentiert in noise 99 vier quadratische Leerräume in giftigen Pastellfarben, sogenannte Leerstellen, die er a) mit narrativem, b) mit reflexivem Text zu "internet und Literatur", c) mit Kommentartext anderer Leute zu noise 99 und d) bis anhin noch keinem Text auffüllt. Die Texte laufen parallel in einer bestimmten Geschwindigkeit ab, der Leser weiss nicht so recht, wo er mit dem Lesen beginnen und wo weiterfahren soll und hat immer das Gefühl, irgendwo etwas wichtiges zu verpassen. "Literatur", heisst es da beispielsweise in b) grün auf hellblau, "hat zu demonstrieren, inwiefern selbstverständlichkeiten eben dies nicht sind [...] sie hat alltägliche mythen aufzudecken. aufzuzeigen, wo die modelle löchrig sind."
[2] Filmischer Ablauf der Texte
[3] HTML 4.0, Meta-Tags.
[4] Neue konkrete Literatur. Reflektiert das Medium.
[5] [Gassner, Oliver]
[a] Pegasos, ein Internet-Drama?
[b] von Bernd Blasius
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Blasius/00index.htm
[e] 1996
[f] 20.09.1996
[1] Blasius ist einer der ersten, der nicht nur Hyperlinks zur Produktion von Hyperfiction verwendet, sondern auch simulierte Newsgroups, Chats und E-Mails. Er mixt diese zu einem Meta-Drama über das Internet als neues Medium. Der Inhalt ist nicht unbedingt als Fiktion zu verstehen, eher als Metadiskussion.
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0, Newsgroup-, Chat- und E-Mail-Simulation.
[a] Die Quotenmaschine
[b] von Norman Ohler
[c] Hoffmann und Campe, Hamburg 1996 b
[d] http://www.icf.de/qm/
[1] Der erste Hypertext-Roman in deutscher Sprache, der auf dem World Wide Web abgelegt wurde. Heute ist im Netz noch eine Werbesite für das Buch zu finden mit einer Mini-Version des Krimis. Der stumme Detektiv Maxx Rutenberg bewohnt ein Abbruchhaus am Ufer des Hudsons in Hoboken. Auf der anderen Flusseite: Manhattan. Maxx schreibt die Geschichte seines früheren Lebens in sein Powerbook und kommuniziert nur noch per E-Mail. Sein einziger Fall: ein Mord, den er selbst begangen hat.
Was als Roman präsentiert wird, erscheint eher als eine Aneinanderreihung von Newsgroup-Texten, die in wenig überzeugender Weise miteinander verknüpft wurden.
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0, Grafiken.
[a] Regen im Mai
[b] von Burkhard Sonntag
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Sonntag/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Ein Text, der mit Traum und Realität arbeitet. Es stehen pro Textstück verschiedene Links zur Auswahl. Diese führen zu unterschiedlicher Geschichtenentwicklung. Es gibt jedoch nur drei Textebenen mit beschränkten Textstücken, die man gezwungenermassen in der einen oder anderen Abfolge lesen muss. Die Märchenebene (die umfangreichste) kennt nur einen linearen Leseverlauf über acht Leseeinheiten! Am Schluss landet der Leser jedenfalls wieder im Strassencafé, wo er begonnen hat.
[2] Labyrinth-Tour, Anfang und Ende identisch
[5] [Sonntag, Burkhard]
[a] Der Schrank. Die Schranke
[b] von Martina Kieninger
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Kieninger/00index.htm und
[d] http://bilbo.edu.uy/~martina/schrank1.html
[f] 20.09.1996
[1] Im Untertitel: "1 Stück Theater für 1 Denker im Denktank". Das Stück besteht aus einer Hauptdatei, die nur ganz wenige, weit verteilte Links besitzt. Die Bühnenbilder werden in dieser Hauptdatei mit Ascii-Satz als Illustrationen eingefügt. Die wenigen Nebendateien sind teils Gag (Der Link des Wortes "Leere" führt zu einer schwarzen Seite), teils Wortspiel, teils gelungene Parodie. Inhaltlich etwas dünn.
Kienigers E-Mail-Kommentar dazu: "Da muss ich energisch widersprechen: Mein Stück hat keinen DÜNNEN INHALT SONDERN GAR KEINEN!!!!!! Da besteh' ich drauf."
[2] Rhizom
[3] HTML 2.0, Illustrationen mit Zeichensatz angefertigt.
[4] Kieninger gewann mit diesem witzigen, teils ironischen Stück den 1. Internet Literaturwettbewerb der Zeit im August 1996.
[5] [Kieninger, Martina]
[a] tango rgb
[b] von Oliver Gassner
[d] http://literatur.lake.de/in/og/
[e] 1998
[f] 20.01.1999
[1] Der leidenschaftliche Tangotänzer Oliver Gassner arbeitet mit minimalistischen Methoden konstruktiver bzw. konkreter Kunst. "tango rgb, colors of passion, farben der leidenschaft" steht als Titel über dem experimentellen Werk. Ein Quadrat aus vorerst 64 kleinen Farben erscheint rhythmisch in immer neuen Farbzusammensetzungen: zuerst ganz rot, dann sich stetig verändernd in vielfältigen Kombinationen, die als Bewegungsablauf Tangoschritte simulieren. Rot, grün und blau tanzen einen Tango, unterstützt von Geräuschuntermalungen, Kratzgeräuschen und den geflüsterten Worten rot, grün und blau, ebenfalls in einem festen Tangorhythmus. Mit der Zeit verändern sich die Grössen der Quadrate und schliessen tanzen zwei kleinere Quadrate den Tango zu Ende. Der Tanz dauert mehrere Minuten.
[2] Filmischer Bewegungsablauf
[3] HTML 4.0, Java-Applets.
[4] Neue konkrete Literatur
[5] [Gassner, Oliver]
[a] Tosca Stop! Alt! Fermo! Smettila!
[b] von Werner Stangl
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Stangl/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Rekonstruktion einer misslungenen Tosca-Aufführung in Macerate, Italien, mit realistischen Materialien wie Zeitungsausschnitten, Aufführungskalender, Foto und Dialog-Transkript der beteiligten Schauspieler/Sänger (vier Standpunkte).
[2] Labyrinth-Tour (vier verknüpfte Dialog-Ausgangspunkte)
[3] HTML 3.0, Fotos, Tabellen.
[a] Der Trost der Bilder
[b] von Jürgen Daiber und Jochen Metzger
[d] http://www.pegaus98.de/user/pegasus/beitr113
[e] 1998
[f] 28.11.1998
[1] Trost der Bilder ist ein auf den ersten Blick undurchsichtiges Psychospiel. Während ein Männergesicht dem Leser Erfolg, Geld und sexuelle Erfüllung mittels 'Psychographie' verspricht, erzählt ihm kurz darauf ein Frauengesicht, dass Psychographie Müll sei. Dann soll der Leser ein paar Fragen beantworten und sich damit eine schöne Trostgeschichte auswählen. Doch: "Der Trost der Geschichten liegt nun darin, daß nichts passiert. Die sich ankündigende Katastrophe tritt nicht ein oder bleibt nahezu folgenlos. Die geschilderten Nicht-Ereignisse zeugen von genauer Beobachtung und sind ebenso präzis geschrieben", so Susanne Berkenheger.
[2] Rhizom
[3] HTML 4.0 und Java-Applets
[4] Preis des Internet Wettbewerbes der Zeit 1998. "Trost der Bilder ist graphisch perfekt inszeniert und schafft - zusammen mit Text und Ton - eine glänzende, kühle Oberfläche, unter der es ganz leise zu knirschen scheint", meinte die Jurorin Susanne Berkenheger in ihrer Laudatio.
[a] Unter dem Pflaster
[b] von Sabine Axthelm
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Axthelm/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Eine Hypertext-Reportage über die Unterwelt Berlins. Axthelm schildert Orte und ihre Geschichten. Sie gräbt in der Geschichte der alten vergessenen U-Bahnschächte.
[2] Labyrinth
[3] HTML 2.0, Fotos, technische Zeichnungen.
[a] Verwunschlos
[b] von Sven Stillich
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Stillich/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Stillich kreiert Fernsehstandbilder mit den Signeten der jeweiligen deutschen TV-Anstalten und ironisiert mit Sprüchen. Einzelne Worte sind jeweils mit Standbildern weiterer TV-Sender verlinkt. Eine schöne Parodie der Fernsehwirklichkeit, die im Zeit-Wettbewerb ausser Konkurrenz lief, da sich Stillich bewusst nicht an die vorgegebene Datenmenge gehalten hatte.
[2[ Baumstruktur
[3] HTML 3.2, Hintergrundmuster, Logos.
[4] Sonderpreis im 1. Internet Literaturpreis der Zeit. Die Arbeit wurde von der Jury der Zeit als Videoinstallation bezeichnet?!
[a] Waltraude hält die Welt in Atem
[b] von den Paralleluniversalisten (Georg Höngdobler, Ran Huber)
[d] http://www3.zeit.de/bda/int/zeit/tag/litwett96/Literatur-HTML/Beck/00index.htm
[f] 20.09.1996
[1] Am hellichten Tag sitzt Waltraude Zuhause in der Küche vor dem Fernseher, macht Pediküre und will sich, von der TV-Werbung angeregt, einen Orangensaft pressen. Die Hyperfiktion der Paralleluniversalisten ist relativ kurz, sie besteht aus 27 Sequenzen mit 37 Links. Hinter den ordentlich gesetzten Links verbirgt sich der hundsgewöhnliche Alltag, dessen einzelne Ereignisse labyrinthisch miteinander verflochten sind. Der Text ist etwas beunruhigend, da man nicht genau weiss, was folgt und worauf er hinaus will. Doch Waltrauds Welt ist nun mal voller Irrungen. Ein überraschendes Ende erwartet die Leserin.
[2] Labyrinth (mit einem (Ziel)Endpunkt)
[3] HTML 3.0
[4] Zweiter Preis im 1. Internet Literaturwettbewerb der Zeit 1996.
[a] Zeit für die Bombe
[b] Susanne Berkenheger
[d] http://wettbewerb.ibm.zeit.de/teilnehmer/berkenhe
[e] 07.1997
[f] 09.12.1997
[1] Die Geschichte einer Liebe und einer Bombe läuft teilweise wie ein Film ab. "Nicht einmal die Zeit rast so schnell durchs Leben wie Veronika." Die Leserin kann sich mit verschiedenen Personen durch die Geschichte bewegen und erlebt dabei Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Immer aber muss sie einen Link auswählen und damit den Fortgang der sich verzweigenden Geschichte beeinflussen. Je nach Wahl entwickeln sich die Ereignisse um die Bombe und im Liebesleben Veronikas mehr oder weniger dramatisch und münden in ein schlüssiges Ende. Trotz der sprunghaften Hyperlinks ist eine durchgängige und spannende Geschichte entstanden. Die topologische Struktur des Hypertextes ist ausgeklügelt. Eine Leserin braucht zwei bis drei hartnäckige Lesedurchgänge, bis klar wird, welche Beziehungen die einzelnen Personen zueinander pflegen, bzw. bis deutlich wird, dass die Geschichte vier Erzählstränge besitzt, welche die Standpunkte der vier beteiligten Personen Veronika, Vladimir, Iwan und Blondie wiedergeben.
[2] Rhizom
[3] HTML 3.2 mit Frames und Meta-Befehlen
[4] Preis des Internet Literaturwettbewerbes der Zeit 1997
[5] [Berkenheger, Susanne]

WWW HYPERFICTION MIT AUTORENZUSAMMENARBEIT
In deutscher Sprache:
[a] Hyperknast
[b] gvoon
[d] http://www.gvoon.de/cgi-bin/lit_waechst_/baeume.cgi?area=story?=C_0
[f] 10.03.1997
[1] Ein experimentelles Schreibprojekt im Netz mit Baumstruktur, an dem jeder weiterschreiben kann. Die Benutzermetapher des Knastes wurde gewählt, um den «einsitzenden» Autoren und Texten extreme Erfahrungen zu ermöglichen (Heiko Idensen). «Die Worte im WWW sind zwar freigelassen, aber sie befinden sich jetzt im Mikrokosmos HYPERKNAST», heisst es einleitend. «Die Worte werden indiziert, gezählt, formalisiert, codiert, compiliert, gespeichert, übertragen, vergessen, verschlüsselt, komprimiert, genormt, gelöscht, gelinkt, verboten, verbannt, zensiert ...» Unter den zahlreichen kurzen Textsegmenten finden sich sowohl theoretisierende als auch viele narrative Texte. Hyperknast ist im Projekt gvoon unter anderen Subtiteln aufgegangen.
[2] Baumstruktur
[3] HTML 3.2., CGI, (Programmierung: Regan King)
[5] [gvoon]
[a] Hypertexttrees
[b] gvoon
[d] http://www.gvoon.de/art/lit/index.html
[f] 10.03.1997
[1] «Hypertexttrees ist ein interaktives Schreibsystem. Mehrere Autoren können sich gleichzeitig innerhalb der Hypertextstrukturen bewegen und eine Geschichte schreiben oder weiterschreiben oder die bereits vorhandenen Texte an allen möglichen Ästen und Verbindungspunkten erweitern, abschreiben, umschreiben, übersetzen.» Es stehen sieben Ausgangstexte zur Verfügung, die zahlreiche Verzweigungen aufweisen. Auch bei diesem Projekt von Gvoon ist der Cyberpunk Heiko Idensen federführend.
[2] Baumstruktur
[3] HTML 3.2., CGI
[5] [gvoon]
[a] Interstory: WG-Gespräche nicht mehr im Web
[b] von Doris Köhler und Rolf Krause
[d] http://interstory.rrz.uni-hamburg.de
[e] 1996
[f] 20.09.1996; (nicht mehr im Web 12.03.1998)
[1] WG-Gespräche war eine Geschichte, bzw. ein Teil des kooperativen Projektes "Interstory" von Rolf Krause und Doris Köhler aus dem Jahre 1996: Annika sucht ein Zimmer in einer WG. Sie reagiert auf einen Aushang in der Mensa und kommt, um die Wohnung zu besichtigen. Bernhard öffnet die Tür. Beispielhaft hat nun die Leserin die Wahl, entweder Annika oder Bernhard das Gespräch eröffnen zu lassen. Auch die weiteren Entscheide sind systematisch und beispielhaft.
[2] Baum
[3] HTML 2.0
[4] Der prototypische Beginn einer Erzählung in Baumstruktur wurde von Doris Köhler und Rolf Krause für ein Seminar zum Thema "Interaktive und kooperative Erzählungen im Internet" entworfen. 1998 ist das Projekt unwiderruflich vom Netz verschwunden: Bei einem Systemwechsel in der Uni Hamburg wurde ein Backup aller Daten gemacht, dieses stellte sich jedoch später als defekt heraus.
[5] [Köhler, Doris und Krause Rolf]
[a] Spielzeugland
[b] Dietmar Karlowski und Lars Zinner
[d] http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~karlowsk/
[f] 12.09.1996
[1] Ein kollaboratives Projekt, das von zwei Düsseldorfer Autoren gestartet wurde. Ein Autor kann auf verschiedenen Stufen in die bestehenden Gechichten eingreifen und sie weiterentwickeln. Spielzeugland ist am Wachsen in alle Richtungen. Beiträge weiterer Autoren sind willkommen und werden mittels Baumstruktur in Spielzeugland eingebunden.
[2] Hierarchische Baumstruktur
[3] HTML 2.0, Grafiken.
[5] [Karlowski, Dietmar und Zinner, Lars]
[a] Storyline nicht mehr im Web
[b] Andreas Matz, Regan King u.v.a.
[c] cd In: EMAF, A.M.I.: of(f) the w.w.web. Hildesheim und Giessen: A.M.I. 1996.
[d] http://www.netville.de/artware/bookware/bookware.html
[e] 1995
[f] 12.09.1996, (nicht mehr im Netz: 05.03.1997)
[1] Die Storyline (auch: netville bookware storyline) ist ein "collaborative writing system", welches mehreren Autorinnen und Autoren gestattet, gleichzeitig an einer Geschichte zu basteln, bzw. die Texte anderer weiterzuspinnen. So können sich aus einer Geschichte zu jeder Zeit mehrere entwickeln. Die Möglichkeiten sind zumindest theoretisch unendlich. Als logische Orientierungshilfe zur "Baumstruktur" der Story dienen die Zahlen in (). Die Anzahl der Zahlen repräsentiert die Stellung in der Hierarchie des Gesamttextes. Die Zahlenkombination gibt an, auf welche Folge sich die Fortsetzung bezieht.
Storyline enthält vier Geschichten: "Venezianischer Herbst (konventionell,offen), Blütenstaub (german pulp fiction), Anderswo oder anderswie (ein wenig kafkaesk) und Der Orkan".
[2] Hierarchische Baumstruktur
[3] HTML 2.0.
[4] Die vier Geschichten von Storyline sind exemplarische Versuche kooperativer Internet-Literatur.
[a] StoryWeb
[b] Martin Auer
[d] http://ourworld.compuserve.com/homepages/Poetry_Machine/storyweb/storyhom.htm
[f] 12.09.1996
[1] Ein interessantes kollaboratives Projekt, das nicht alle Texte auf der eigenen Website zu plazieren versucht, sondern Texte auf diversen Homepages im WWW zu einem grossen Internet-Roman zu vernetzen versucht. Der Initialtext "6 Milliarden Billiardkugeln" stammt vom Österreicher Auer. Am 12. September waren per Links 7 weiterführende Texte auf 7 Homepages verfügbar. Das Ganze soll mittels hierarchischer Baumstruktur wachsen. Die Autoren müssen ihre Texte so mit Storyweb verlinken, dass der Leser mit einem Klick wieder am Anfang oder bei einem andern "Romanteil" landet. Die Texte können in diversen Sprachen abgeliefert werden. Eine englische Übersetzung sollte aber immer mitgeliefert werden. Die Basistexte sind im Original alle Deutsch.
[2] Beabsichtigt: Hierarchische Baumstruktur mit Linkvernetzung nach aussen. Der Roman ist in Stücken über die Welt verteilt. Bis anhin sind aber nur Tentakel-Geschichten vorhanden.
[3] HTML 3.0. Vernetzen diverser Homepages.
[5] [Auer, Martin]
[a] TanGo
[b] Martina Kieninger, Johannes Auer, Reinhard Döhl
[d] http://www.stuttgart.de/stadtbuecherei/tango/tanztee.htm
[d] http://bilbo.edu.uy/~martina/tango/litt.d/
[e] 1998/99
[f] 23.01.1999
[1] tanGo ist eine Einladung zum Tanztee, bzw. ein Mitschreibeprojekt von Martina Kieninger, Johannes Auer und Reinhard Döhl unter Beteiligung verschiedener anderer Autorinnen und Autoren. Kieninger lebt in Montevideo, Uruguay und Auer und Döhl in Stuttgart, die Texte existieren auf spanisch wie iauf deutsch. Der Untertitel "Schwäbisch, spanisch - und zurück" weist auf diesen Umstand hin, der inhaltlich auch zum Thema gemacht wird: als Kontrast zweier unterschiedlicher Welten. tanGo ist ein leichtfüssiges, rhythmisches manchmal witziges Projekt mit unterschiedlichen Collagetexten und -bildern, gelungenen Umsetzungen von Wort und Bild mit Mitteln konkreter Poesie und der Technologie wie beispielsweise im Pietistentango von Döhl und Auer oder im Stück "Kill the Poem" von Auer.
[2] Rhizom
[3] HTML 4.0 und Javascripts
[5] [Keininger, Martina] und [Auer, Johannes und Döhl, Reinhard]
| Achtung: Diese Website bleibt als Archiv online. Sie enthält Hyperfictions der Frühphase, die in den Jahren bis 1998 entstanden sind. Eine neue aktuelle Liste (Datenbank) findet sich auf www.cyberfiction.ch. |

© Beluga Verlag, Beat Suter, CH-5430 Wettingen, 25. September 1996.
Letzte Fassung: 18. Dezember 1998. (14. Juni 2001)
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