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description spieler in der situation zu sein _ zusammensetzspiele _ emulation von systemen _ in welt, die sich immer ändert bei jedem schritt _ (vgl stalker) _ (vgl unreal) _ (vgl schreber) _ lebend, geweitet in digitalen netzwerke, die auf menschen laufen & umgekehrt _ your ixistenz _
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:: oder einfach mal in google suchbegriffe wie "nomadendenken" oder "luhmann organisation" eingeben, um zu sehen, in welchem nic-las man dann landet --- dann vielleicht über "display in the rhizom" sich anzeigen lassen, in welchem kontext man in der community steht
:: "new object" & "new difference" sind nur die einfachsten operationen, um sich in ein nic-las einzuschreiben
:: ein eigenes nic-las für subversive zwecke? contact:: system@nic-las.com
schreiben am netz >> digitale möglichkeits(t)räume
vom zettelkasten zum schreibtool namens «nik-las»
gemäss den beiden entwicklern rené bauer und joachim maier soll «nik-las» ein werkzeug für das digitale und zugleich ein lebendiges digitales medium sein, das - mindestens teilweise - tut, was die «benutzer sich vorstellen wollen».
«nic-las» schaffe die möglichkeit, sich in bewegende digitale räume einzuschreiben und dabei erst noch für sich und andere beobachtbar zu bleiben. bauer und maier berufen sich auf die systemtheorie von niklas luhmann. so bietet das schreibtool einerseits vielfältige, nichtlineare verknüpfungsmöglichkeiten von textstellen und zitaten, andererseits die möglichkeit dynamischer kommunikativer operationen. eingespeichertes wissen wird maschinell verknüpft, und die teilnehmer werden dazu aufgefordert, intuitive und assoziative kommentierungen vorzunehmen. beides zielt auf eine intertextuelle praxis des schreibens, «mit konstruktiven verunsicherungseffekten zwischen lesen und schreiben».
«im gegensatz zu anderen kollaborativen netzliteratur-projekten und anders als in vielen kollaborativen schreibumgebungen ist in ‹nic-las› das heraufladen, löschen, verändern und manipulieren von eigenen und fremden daten in form von text, bild, film etc. möglich. ‹nic-las› thematisiert das manipulieren, speichern und löschen ganz explizit, indem gelöschte daten aus einem unterbewussten auf einmal wieder auftauchen und die jüngst gelöschten objekte in den news sichtbar werden können.»
«wie denken sich unsere zettelkästen in ‹the wired›?», fragt heiko idensen, über «nic-las» nachsinnend. tatsächlich ist das tool etwas wie ein webgestützter zettelkasten, in dem maschinen und menschen symbiotische verbindungen eingehen sollen: benutzer können gleichzeitig (von beliebigen orten aus) an unterschiedlichsten objekten weiterarbeiten, sich austauschen und aufeinander reagieren. jedes objekt kann in «nic-las» mit beliebigen weiteren objekten (texten, bildern, tönen) kommentiert werden. objekte können auch an verschiedenen orten gleichzeitig sichtbar werden. java-servlets finden wie gewöhnliche objekte ins «nic-las» eingang, entwickeln dann aber ein eigenleben, beispielsweise indem sie bilder, wortdefinitionen oder passende assoziationen von suchmaschinen ins system holen, die auf den gegenwärtigen aufenthaltsort (oder besser zusammenzug) in «nic-las» bezug nehmen und antworten.
«‹nic-las› ist so offen wie digital denkbar konzipiert, ermöglicht jedoch eine selbstanpassung der strukturen und beschränkung von zugriffen oder veränderungsrechten an die jeweiligen bedürfnisse. ‹nic-las› als medium ist eine form für digitale kommunikation und als solche immer genau das, was ihr daraus macht, und manchmal auch ein bisschen mehr. ‹nic-las› wartet mit einer sehr einfachen, aber neuen idee auf, nämlich der automatischen einordnung und indizierung von informationen. dadurch bietet sich dieses digitale medium unter anderem als sehr flexibles werkzeug für das sammeln, umschreiben und beobachten kollektiven wissens an. auf einfache weise können informationen über die anmutung, entwicklung und struktur grosser wissensbestände erlangt werden.»
was bauer und maier mit diesem schreibwerkzeug also ansteuern ist die möglichkeit für communities, sich selbst im prozess der aktualisierung der für sie relevanten informationen zu beobachten und dadurch anschlussoperationen zu ermöglichen. momente der entscheidung und der faktischen entscheidbarkeit sollen herbeigeführt werden.
im augenblick gibt es ungefähr dreissig communities, die ihre kommunikation mit «nic-las» selbst organisieren. darunter «die viper» in basel sowie die universität zürich mit einem projekt über migrationsliteratur.
ihre ausgangsfragestellung bei diesem seit vier jahren laufenden experiment «nic-las» ist nach wie vor unverändert: «wie kann es gelingen, theorie in software einzuschreiben und gleichzeitig theorie wieder aus dem umgang mit software herauszuentwickeln?» was für eine frage? was mag man sich darunter vorstellen?
nur der gebrauch verrät es: eine datenbank, die denkt und spielt und zum denken und zum spielen einlädt, nebenbei effizientes organisieren ermöglicht, eine heimat anbietet. was es aber genau ist, wissen auch die schöpfer von «nic-las» nicht immer.
walter grond
nzz online, 5. juni 2002
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