iaslonline lektionen in netart

 
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digitale medien
rené bauer und joachim maier
nic-las
fragen von thomas d.
intertextimplizierter autor
  
 
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modify/move/delete this objectfragen von thomas d.

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internationalen archiv für sozialgeschichte der deutschen literatur...

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modify/move/delete this objectlooking-glass

modify/move/delete this objectnic-las:description

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http://iasl.uni-muenchen.de/links/NANL.html#Schreibtool
[ open width looking-glas ]

thomas dreher
mitschreibeprojekt "nic-las":
die rolle des teilnehmers in netzdiskursen
* vom zettelkasten zum wissensmanagement
* schreibtool "nic-las"
* intertextimpliziter autor
* wen kümmert´s wer schreibt?...

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topics

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referenzstellen

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nic-las erfahrung

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mitschreibeprojekt „nic-las“: die rolle des teilnehmers in netzdiskursen (für: iaslonline lektionen in netart)
*vom zettelkasten zum wissensmanagement
*schreibtool "nic-las"
*intertextimpliziter autor
*wen kümmert´s wer schreibt?

vom zettelkasten zum wissensmanagement
gelehrten wie johann jacob moser (1701-1785), georg friedrich wilhelm hegel (1770-1831) oder niklas luhmann (1927-1998) dienten zettelkästen mit exzerpten als gedächtnismaschinen. der rechtsgelehrte johann jakob moser liess sich „hölzerne kästgen“ für seine exzerptzettel anfertigen. mosers produktivität - er erstellte ca. 500 texte - lässt sich auf sein verfahren zurückführen, zitate nicht nochmals abzuschreiben, sondern nummerierte zettelfolgen mit exzerpten, überleitungen und kommentaren zum drucker zu geben. luhmanns zettelkasten besass ein querverweis-system, das laufend vom autor erweitert werden konnte, wobei auch verweisketten restrukturierbar waren. allerdings war diese arbeit der verzettelung und manuellen verknüpfung zeitraubend.
die (bibliothekarische, administrative) wissensverwaltung mit statischen referenzsystemen erlaubt punktgenaue datensuche. als komplement zur gezielten suche nach informationen regt “associative indexing“ die relektüre an und fördert so die textproduktion: wissensmanagement wird durch hypertext um assoziative verknüpfungsformen erweiterbar, die die organisation von knoten als verdichtungen weiterführender pfade erlauben.
das internet ermöglicht es usern, in und zwischen datenbanken zu browsen und im browser markierungen zu setzen, die das wiederauffinden von fundstellen („favoriten“) erleichtern. digitale datenbanken mit internetzugängen ermöglichen es teilnehmern von forschungsgemeinschaften, resultate von suchstrategien des browsing in die datenbestände ihrer projekte zu integrieren. einträge, teilweise in form von exzerpten/zitaten, sowie links zu datenbankexternen dateien und kommentare lassen sich zu einem gewebe knüpfen, das kooperationen und die kollaborative fortführung des forschungsprozesses erleichtert.

schreibtool „nic-las
nic-las“ (“nowledge integrating communication-based labelling and access system“) ist ein projekt der universität zürich. zettelkästen von gelehrten mit querverbindungen erweitert „nic-las“ mittels hypertext-verfahren zum „digitalen gedächtnis“. verfahren des “associative indexing“ werden durch „nic-las“ in forschungsgemeinschaften und mit beteiligung externer user anwendbar.
das schreibtool wurde seit 1999 von joachim maier und rené bauer programmiert, die sich mehrfach auf niklas luhmanns theoriedesign berufen: “nic-las is the concept + software prototype of an autopoietic knowledge landscape for social systems.“
mitarbeiter erstellen in „nic-las“ „alphabetisch organisierte `artikel´“ „nach der struktur einer `klassischen enzyklopädie´“. die artikel werden von mit-herausgebern „online kommentiert, ergänzt und verlinkt“. auch mit-herausgeber können neue objekte [new object] mit stichworten, erläuterungen und verknüpfungen/links eingeben. zudem setzen ca. 30 forschungsgemeinschaften die unten beschriebenen möglichkeiten von „nic-las“ zur selbstorganisation mit eigenen “topics“ bzw. digitalen zetteln (mit objekten beziehungsweise einträgen verschiedener autoren) ein. die forschungsgemeinschaften können ihren wissensstand untereinander abgleichen.
zitiert wird in dieser „autopo[i]etischen informationslandschaft“ häufig aus texten über kybernetik zweiter ordnung, systemtheorie, postmoderne und dekonstruktivismus. die zitierten theoriebausteine liefern auch den inhalt für “dynamic objects“ (s. u.), die in variablen kontexten - in verschiedenen „digitalen zetteln“ - erscheinen und an die exzerptzettel der gelehrten erinnern.
den zugang für user-einträge regelt in „nic-las“ ein „personalisierbares multi-user access portal [map]“. partizipation ist allen usern anonym oder mit selbst gewähltem passwort möglich. wer sich mit passwort einloggt, kann sich in die liste der user eintragen, die über links zu seinen objekten führt (linker rand: „autorenname (all documents)“). in diese liste können auch tote autoren eingetragen werden, die in verschiedenen objekten zitiert werden. autoren-zettel in der userliste sind über themen-zettel zum beispiel durch klick auf die autorenangaben unter objekten erreichbar. auch die dokumente der userliste sind „digitale zettel“, in denen user weitere objekte öffnen und mit texten oder bildern ausfüllen können.
user können den „digitalen zetteln“ beziehungsweise “topics“ neue objekte [new object] hinzufügen. neue differenzbegriffe können eingegeben [new diff] und in die hypertextstruktur können “labels“ [add label] eingefügt werden. aus eingegebenen “labels“ [add label] und „differenzen“ [new diff] wird mittels automatischer verknüpfungen ein hypertext im beschreiben eines objektes „dynamisch“ generiert“. zudem können beiträge kommentiert werden [add comment].
die zugriffsrechte auf objekte - ihre offenheit oder geschlossenheit für modifikationen durch andere user - werden von den eingebenden festgelegt. forschungsgemeinschaften können die zugriffsrechte von teilnehmern und externen usern über “user-accounts“ regeln.
“labels“ erscheinen in einem „index“ [index] in alphabetischer ordnung. grundlage der automatischen verknüpfung ist die liste der labels. begriffe in verschiedenen objekten, die begriffe der labelliste enthalten, werden mit den „topics“ verknüpft, die mit diesen begriffen etikettiert sind. mit einem klick auf “display in the rhizom“ lässt sich in jedem „digitalen zettel“ eine “structure“ aus “labels“ in rechtecken öffnen. die “structure“ erscheint oberhalb der horizontalen schwarzen leiste, die von links nach rechts das “label“ des zettels, kurze charakteristika des “labels“ (“abstract“) und sein engeres “structure“-umfeld vorstellt. die “structure“ ordnet die “labels“ mittels rahmen-im-rahmen zu subklassen. in dieser verschachtelung nehmen die rahmen von links nach rechts an umfang ab. da “labels“ mehrfach “topics“ (beziehungsweise „digitalen zettel“ mit objekten) zugeordnet werden können, ergeben sich in der “structure“ mehrfache varianten der einbettung eines “label“ in kontexte. die kontexte werden von usern durch eingaben geschaffen, durch die sich die “structure“ verändert.
die “structure“ besteht aus zwei arten: wählen lässt sich die rhizomatische oder klassisch-hierarchische inklusion von rechtecken mit “labels“. wählbar ist auch die anzeige der “depth“, die länge der verzweigung bzw. die breite der ausdifferenzierung von links nach rechts.
die „zusammenzüge“ um den jeweils aktualisierten “topic“ bestehen aus den im zettel präsentierten objekten, teilen der “structure“ mit “label“-zuordnungen und automatisierten verknüpfungen. unterhalb der horizontalen schwarzen leiste erscheinen userbeiträge in objekten zum “topic“. darunter erscheinen “dynamic objects“ in aufeinander folgenden feldern, die dank volltextsuche weitere objekte enthalten, in deren texten das gewählte “topic“ und sein begriffsumfeld wiederkehrt. in den additiven rechteckrahmensequenzen wird nur ein teil der texte in “dynamic objects“ sichtbar: ein klick auf [dis=play] öffnet in jedem rahmen das ganze objekt. die automatisierten links erscheinen nur im display des ganzen objektes.
von usern gelöschte eingaben werden in der rubrik „unbewusste“ aufbewahrt, bleiben für kurze zeit in der “news“-rubrik und können später unvorhergesehen wieder auftauchen. zwei varianten des „digitalen unbewussten“ lassen dokumente mit einstellbarer wahrscheinlichkeit erscheinen: gelöschte objekte treibt das „freudsche unbewusste“ an die „oberfläche der gegenwärtigen dokumentation“, während das „deleuzianische unbewusste“ alle objekte - normale, modifizierte sowie gelöschte - an die sichtbare oberfläche der „digitalen zettel“ treibt.
java-servlets entnehmen suchmaschinen bilder, definitionen und „passende assoziationen“. dann stellen die servlets ihre funde in objekte der „digitalen zettel“ ein.
externe verknüpfungen zu resultaten der suchmaschine google werden in “looking-glas“ angezeigt. nicht selten enthält das google-suchergebnis eine verknüpfung mit dem “nic-las-topic“, von dem aus “looking-glas“ geöffnet wurde. wenn so das interne im externen wiederkehrt und dies wiederum intern angezeigt wird, dann erscheinen externalisierte teile erneut in rückkoppelungen ans interne, in “re-entries“ : der ausblick erscheint als zweiter einblick. das “docuisland“ „nic-las“ lässt sich als einfaltung von teilen eines “docuverse“ verstehen lässt, die sich in verschiedenen bereichen des “docuverse“ wieder ausfalten lassen (“docuverse“ wird hier als eine “intertwingularity“ kultivierende, wissens- und forschungsorientierte datenlandschaft verstanden, in der es keine schranken für verknüpfungen/links gibt und linkketten eine verknüpfung mit allen anderen dokumenten ermöglichen). die als link verfügbaren texte können in “looking-glas“ kommentiert werden [comments].
die funktion “transparent text“ erlaubt die übertragung der automatischen linkstruktur auf externe texte. es gibt in “nic-las“ mit der integration von google-resultaten, kommentar und externer anwendung der automatischen links verschiedene formen sowohl der rückkoppelung externer daten an interne wissensbestände als auch umgekehrt. mit der erfassung der internen wissensbestände in suchmaschinen sind die “topics“ von „nic-las“ in das externe datenumfeld integriert: der informationsfluss ist zweiseitig.
die beiden „nic-las“-entwickler maier und bauer stellten sich die frage: „wie kann es gelingen, theorie in software einzuschreiben und gleichzeitig theorie wieder aus dem umgang mit software heraus-zu-entwickeln?“ antworten auf diese frage finden user durch ihren gebrauch der software. die software erlaubt es usern (dank der ausdifferenzierten struktur für querbezüge und kommentare) zwischen in „nic-las“ gespeicherten objekten sowie zwischen diesen und externen webseiten verknüpfungen zu finden oder einzurichten mittels neuer “topics“, differenz-begriffe und objekte. auf diese weise lassen sich zusammenhänge „aus dem umgang mit software heraus-zu-entwickeln“. also geben die spuren der partizipationen in „digitalen zetteln“, die bestimmte software-anwendungen vorführen, und die selbst gewählte form der teilnahme die antwort auf die oben gestellte frage: die brauchbarkeit der software-funktionen erweist sich im kontext der jeweils (von forschungsgemeinschaften und ihren teilnehmern sowie von externen partizipanten) gewählten semantischen horizonte oder denkrahmen, aber die software ist lediglich ein arbeitsmittel und kann den umgang mit bedeutungsfeldern nicht leiten.

intertextimpliziter autor
bereits in den sechziger jahren wurde für naturwissenschaftliche forschungsprojekte software für kooperationen mittels vernetzungen von computern aller arten und programme entwickelt. folge dieser entwicklungen war in den neunziger jahren das world wide web als erfolgreichste form der vernetzung. formen der kooperation und der kollaboration stellen im umfeld der geisteswissenschaften, für die „nic-las“ entwickelt wurde, andere probleme als in den naturwissenschaften.
fragen der kooperation und der kollaboration erfordern im umfeld der geisteswissenschaften auch eine neukonzeption der autorenrolle. den autor als originär sich äußerndes subjekt stellt bereits mosers gebrauch der exzerptsammlung zur textproduktion in frage (s. kap. vom zettelkasten zum wissensmanagement). luhmann dagegen setzt die gedächtnismaschine zettelkasten noch intensiv für seine version einer systemtheorie vor allem im spätwerk so ein, als wolle er die rolle des autors als meisterdenker in möglichst umfassender „weltbeobachtung“ noch einmal behaupten, statt auf eine konzipierung von kooperativen forschungsprojekten umzustellen. in kooperationen können spannungen zwischen alternativen ansätzen in differenzierung(serweiterung)en in theorietransformationen überführt werden.
ein autor allein sieht sich im etablierten geisteswissenschaftlichen kontext vor allem mit der aufgabe konfrontiert, seine präferenz für diese oder jene theoriealternative in einem möglichst ausdifferenzierten monolog vorzustellen, während kooperation und kollaboration das ausarbeiten multipel brauchbarer diskussionsbausteine fordert. entwürfe von konzepte sind gefragt, die diese bausteine in verschiedene „kontexturen“ integrieren. dieser prozess des experimentellen durchspielens von relationen zwischen bausteinen führt zu einem einstellungswechsel: forschung als prozess statt fixierung auf gewählte methoden und resultate, offenheit statt finalisierung.
begriffe wie „das gelehrte universalkollektiv“ wurden für die urheber von forschungsgemeinschaften vorgeschlagen. es liegt für den leser von forschungsprojekten in hypertextpräsentationen häufig nahe, mit der fiktion eines intertextimpliziten autors - als stimme des kollektivs - durch die objekte und objektrelationen zu browsen. diese `stimme´ steht für die kohärenz, dank der - trotz aller vielstimmigkeit und ausgefochtener kontroversen - eine stimmige ebene beziehungsweise ein konzeptueller rahmen der auseinandersetzung oder zumindest ein wille der teilnehmer erkennbar ist, diese ebene/diesen rahmen als folge von auseinandersetzungen zu modifizieren und zu rekonstruieren. wenn also die eigendynamik eines projektes in und zwischen den objekten erkennbar wird, kann die leserhypothese des intertextimpliziten autors eine tragende rolle bei der permanenten rekonzeptualisierung des projektrahmens erhalten.
die texte der objekte und die relationen zwischen ihnen legen rekonzeptualisierungen
a.) von einem intertextimpliziten kollektivautor,
b.) von mehreren textimpliziten autoren
nahe.
die annahme von objekt- beziehungsweise textimpliziten autoren (s. b.)) kann auch dann für leser hilfreich sein, wenn die einzelnen beiträge nicht empirischen autoren zugeordnet werden können.
der einzelautor in mitschreibeprojekten kann nicht als ausdruck eines singulären individuums, eines genies rekonstruiert werden. „genialität“ und „literarisches eigentum“ waren zwar ausgangspunkte der geschichte der autorkonzeption , doch wird diese konzeption in mitschreibeprojekten durch kollaboration und kooperation infrage gestellt.
eine zu individuelle schreibweise eines autors erfordert es von koautoren, diese singularität durch neuformulierungen abzubauen und die anregungen in die projektarbeit einzubauen. diese übersetzung individueller schreibweisen in eine argumentationspraxis, die thesen in pointierter und leicht nachvollziehbarer form in das projekt als möglichen anlass für auseinandersetzungen einführt, können teilnehmer in der form ihrer neues vorstellenden beiträge antizipieren beziehungsweise überflüssig werden lassen: teilnehmer können das genialische/singuläre reduzieren, um das verstehen zu erleichtern und dialog zu ermöglichen. gefragt ist der kooperative, nicht der obsessiv monologische, vielleicht auch geniale autor.
der geistige besitz in form eines copyright an einzelbeiträgen verhindert mitschreibeprojekte, wenn autoren nicht auf verwertungen dieses rechts verzichten. beiträge konstituieren ein projekt, dessen öffentlichkeit nicht durch auf projektteile verteilte urheberrechte eingeschränkt werden darf: das recht auf freie information setzt den uneingeschränkten zugriff auf alle projektteile voraus. diese teile sollten wiederum auch weiteren projekten uneingeschränkt zur verfügung stehen. wissen konstituiert eine “public domain“ und erfordert einen verzicht auf die gleichsetzung von urheberrecht und geistigem eigentum.
die sicherung vor einer umwandlung von frei verfügbarem wissen in urheberrechtlich geschütztes eigentum verhindern anticopyright/copyleft-regelungen , die das urheberrecht für folgende regelungen verwenden
*zur selbstverpflichtung des urhebers, freien zugang zu gewähren, und source codes zu nicht mehr als den selbstkosten zur verfügung zu stellen,
*zum verbot der verwendung von teilen in urheberrechtlich geschützten und auf dieser basis verwertbaren projekten,
*zur erlaubnis von überarbeitungen (mit kennzeichnung der überarbeiteten quelle), die denselben selbstverpflichtungen, verboten und erlaubnissen unterliegen.
wer in „nic-las“ seine beiträge für weitere überarbeitungen offen hält, hat sich gegen geistiges eigentum und für kooperative autorenschaft entschieden.
für „nic-las“-leser ist der implizite autor als hypothese eines schreibenden trotz der für jeden user offenen editierbarkeit der von usern freigegebenen beiträge nicht überflüssig. dies gilt, obwohl der text dieser objekte nicht verraten kann, aus wie vielen überarbeitungen und wie vielen autoren er hervorgeht. aus der kollektiven und projektorientierten autorschaft auf der produktionsseite ergeben sich für leser beiträge, die denselben kohärenzbedingungen unterworfen sind wie äußerungen eines autors. also können modifizierte objekte auch mit denselben annahmen gelesen werden, wie äußerungen eines autors verstanden werden - oder sie sind korrekturbedürftig, und dann kann der leser bei editierbaren beiträgen die verloren geglaubte kohärenz wieder herstellen.
der versuch, die annahme eines textimpliziten autors (s. b.)) als leserannahme überflüssig zu machen, würde viele taktische und rhetorische wendungen der argumentationspraxis von autoren in forschungsprojekten ausschliessen. diese wendungen eines autors können sich auch nach überarbeitungen eines beitrages oder kommentars durch andere autoren erhalten, oder es kommen durch überarbeitungen neue, auf einen schreiber deutende wendungen hinzu, die die kohärenz einer äußerung bzw. ihre textimmanente einstimmigkeit nicht unterbrechen.
in das konzept von einem intertextimpliziten autor (s. a.)) lässt sich eine durch objektrelationen externalisierte, den leser als möglichen koautor umfassende „dialogizität“ zwischen beiträgen (s. b.)) integrieren: aus der „dialogizität“ zwischen textimpliziten autorenstimmen (s. b.)) kann in forschungsprojekten die intertextimplizite autorenannahme (s. a.)) beziehungsweise die annahme eines von vielen forschern getragenen projektrahmens hervorgehen. diese annahme muss leser entweder aus (relationen zwischen) textobjekten abgeleitet werden oder sie wird im projekt expliziert.
maskeraden mit identitäten durch namensspiele widersprechen nicht der leserannahme von objekt- und projektimpliziten autoren. zwischen urhebernamen, impliziten autoren (auf objekt- und projektebene) und urheberrechtseignern muss bei der auseinandersetzung mit fragen der kooperativen und kollaborativen autorenschaft in mitschreibeprojekten getrennt werden.

wen kümmert´s wer schreibt?
texte mit äußerungen zu (z. b. sozialen) problemen führen leser dazu, (auch bei kollaborativ in überarbeitungen erstellten beiträgen) einen autor zu unterstellen, wenn der text auf grund seiner positionierung in diesem problemfeld als äußerung eines kontextintern verortbaren schreibers erscheint. die textimplizite schreibposition, die es erlaubt, einen impliziten autor zum beispiel im zentrum oder an der peripherie eines problemfeldes zu verorten, zeigt, dass es doch nicht gleichgültig sein kann, „wer schreibt.“
wer spricht oder schreibt kann zudem mit weisen der autor-selbstverortung sein spiel treiben: in mitschreibeprojekten im umfeld der geisteswissenschaften müssen maskeraden und parodien nicht ausgeschlossen werden, die einen autor erwarten lassen, der sich zwar schreibend, aber dennoch quasitheatralisch - wie in sprechhandlungen - als handelndes subjekt verortet. auch in „nic-las“ gibt es viele bemerkungen, die mit taktischem witz arbeiten und den autor, der da schreibt, nicht verbergen.
taktischer einsatz von schreibweisen, die rückschlüsse auf autoren erlauben, muss diskursanforderungen nicht außer kraft setzen, sondern zeigt in „nic-las“ nur, dass forscher auch in digitaler projektarbeit auf gewohnheiten verbaler interaktion zurückgreifen, also an keinem abstrakten diskurssystem arbeiten, das den schreibenden zur ausklammerung von rhetorischen wendungen zwingt. die teilnehmer stellen sich darauf ein, dass die textrelationen von mitschreibeprojekten interaktionen zwischen forschern als varianten von intertextualität präsentieren.
teilnehmer von disputen, die an einem realen ort ausgeführt sind, erscheinen in protokollen, die in „nic-las“ als objekte in „digitale zettel“ eingefügt sind. in protokolltext überführte dialoge sind als vorläufer eines dialogs zwischen texten lesbar, den erst das mitschreibeprojekt in form von objektrelationen ermöglicht. aus realen teilnehmern und - bei überarbeiteten beiträgen und kommentaren - digitalen teilnehmerkooperationen werden in objekten textimmanent sich ausweisende autoren, die nicht selten mit codes und sprechweisen spielen. textbeiträge in objekten sowie die objektrelationen in „digitalen zetteln“ fragen implizit: wer spielt mit?
in und zwischen textteilen können leser möglichkeiten erkennen, eigene beiträge zu entwickeln. der leser kann im hinblick auf mögliche kontexttransformation (durch partizipation/intervention) zwischen den vorhandenen beiträgen browsen: er liest dann im hinblick auf seine möglichkeiten als koautor, der sich in einer netzgemeinschaft und deren werdendem projekt durch partizipation/intervention verortet. der zum teilnehmer gewordene leser kann dem forschungsprojekt eine teilausdifferenzierung oder eine neue ausrichtung geben.
zu einem teil führen geisteswissenschaftliche mitschreibeprojekte zum klassischen philosophendisput zurück, den ein autor schon als textform in nichtdigitalen medien wählen konnte, um mittels textimmanenter „dialogizität“ analog zum `inneren dialog´ ein argument vorführen zu können. andererseits wandeln die mitschreibeprojekte diesen disput in eine neue form: leser können die objektrelationen als anregung zum eigenen inneren dialog verwenden, der durch weiteres browsen und die so erweiterbare kenntnis vom stand des forschungsprojektes expandieren kann. teile des inneren dialogs können von lesern als beiträge ausgearbeitet und in das projekt eingefügt werden.

thomas dreher, august 2002...

( jomaier ) add a comment/label/date
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kommentar
>> nic-las ist kein projekt der uni-zürich -- wir sind zu keinem zeitpunkt finanziell unterstützt worden -- obgleich sowohl rené bauer wie auch joachim maier unter anderem auch in zürich an der unistudier(t)en -- aber eben auch in würzburg, utrecht und umea [ was natuerlich nicht heisst, dass nicht sehr viele leute im umfeld der uni-zürich involviert sind/waren ]

>> es gibt einige nic-las communities an der uni zürich (aber auch an der schule für gestaltung, der bauhausuni weimar, in hildesheim und kassel, oder ..), die allesammt auf privat-initiative von dozenten entstanden und von nic-las didaktisch, infrastrukturmässig und mit natürlich mit einem kostenlosen zur verfügungstellen der software unterstützt wird/wurd

>> die behautpung, wonach nic-las) lediglich ein arbeitsmittel sei und den umgang mit bedeutungsfeldern nicht leiten kann> würde ich nicht teilen -- nic-las leistet eine radikalen community-internen (exo) und community-externen (endo) kontextualisierung jeder kommunikation -- genau dieser mit jedem zusammenzug sich aktualisierende kontext richtet die community (un-)sinnhaft aus und begrenzt sie gleichzeitig (vgl. das denkstilkonzept von ludwik fleck) -- nic-las ist in diesem sinne einfach eine weitere, bisweilen sehr definitionsmächtige, ausweitung jedes beobachters von kommunikation in nic-las

>> nic-las objekte kommunizieren entgegen der beschreibung im text mit, wer mitgeschrieben / mitkonstruiert hat, wann änderungen vorgenommen wurden und hält darüberhinaus jede vorherige version jedes objekts verfügbar -> dazu muss nur der sich links oben an jedem objekt sich befindliche symbol (play) angewählt werden -> dann auswählen, voilà .. wichtig ist uns einfach, dass man immer auch anonym (=ohne die fiktion autor werden zu müssen) operieren kann

>> gedanken zur identität des autors -- uns scheinen mit blick auf luhmann gerade auch fragen der grenz-ziehung bedeutsam -- selbst- und fremdreferenz und in diesem kontext nicht nur die frage, wer schreibt, sondern auch wer -- angeschlossen an (such-)maschinen -- findet -- in den meisten nic-las communities sieht man daher mit einem blick auf news nciht nur, wer was neulich neues geschrieben hat, sondern auch welche suchmaschinen auf welchen zettel (differenz) mit welchen suchbegriffen zugegriffen haben -- diese information trägt ebenfalls zur identität der community (fremdreferenziell) bei und somit auch zur identität der autoren in communities -- in communities wie www.nic-las.com/matrix oder www.nic-las.com/p1ng kommt es nicht selten zu 25-40 suchzugriffen am tag, was auf einen monat gerechnet schon eine ganze menge ist.....

( jomaier )   add a comment/label/date
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bemerkungen (vorläufig)
servlets > applet
es handelt sich dabei nicht um servlets sondern um applets(java) = ist auch in unserer dokumentation nicht richtig ausgeführt > diese laufen dann client-seitig beim user und benutzen den zusammenzug, das was der user sieht, als beispiel:

befindet man sich in der differenz "iaslonline lektionen in netart" (=dieser) so sucht es in den subvisuals nach bildern (bei google image search) die so heissen wie die differenz und die "unter-" und "oberdifferenzen" [ hier: iasl, intertextimplizierter autor, referenzstellen). dasselbe geschieht auf der suche nach google results. so "brechen" diese plugins aus der isolation aus und kreieren neue ansichtenwie etwa den "link" auf die schon bestehenden netart-lektionen links ;-)

community>
nic-las kann natuerlich auch als einzel nic-las genutzt werden = so dass man in diesem "eigenen" universum (an luhmann schön ausgeführt) bleibt. es gibt aber wenige leute die nic-las nutzen = der einzige autor und leser sind. allerdings besteht natuerlich die möglichkeit dies immer gleich oeffnen zu koennen für andere. > nic-las steht eigentlich jedem zur verfügung der eines haben will > anfragen und wir richten eines ein ;-)

ixistenz>
ixistenz ist eine weiterentwicklung in den peer-to-peer bereich hinein. es handelt sich um eine java-applikation, die standalone läuft und in der minimalvariante einfach ein persönliches nic-las auf der festplatte zu hause ist (es verfügt über einen eignes looking-glass etc). darüber hinaus verfügt dieses nic-las.ixistenz über die möglichkeit an verschiedene nic-las auf dem netz anzudocken und diese zu einer super-community zusammenzuschliessen = eigener zusammenzug, dinge upzudaten. interessanter wird es allerdings, dann wenn man an ein anderes nic-las.ixistenz andockt, jetzt wird echtzeit schreiben etc möglich und ganze clusters mit fliessenden inhalten sind damit denkbar. diese version ist in der test und teilweise noch entwicklungphase > ixistenz

www.grundkursliteratur.ch>
ein anderes system, bei dem jeder user, verschiedene redepositionen einnehmen kann etc allerdings erst in der entwicklung / literarisch angehauchtes mehrautorensystem > entwicklung eines "nic-las" für den literatur/geisteswissenschaftlichen 'betrieb' aber eben wir sind daran .. etc*

>autorenrolle/leserrolle>/konstruktion>*
aussagen über die verschiebung der textinhalte = veränderung der art zu schreiben > die konstruktion welche ansprüche/erwartungen eine leser/autor zu einem objekt in nic-las hat, sind interessant, da es bei nic-las vermutlich auch je auf die community ankommt, ob "vor sich hinmonologisiert wird oder eben nicht" - bei science communities ist es sicherlich eher so - aber leider ist es auch bei science communities nicht auszuschliessen. das medium nic-las hat die tendenz(von seiner technischen infrastruktur her) und leitet den user in eine gewisse richtung (die von dir sehr spannend aufgezeigt werden), aber vielleicht kommt mal eine community und tut das gegenteil. user sind immer für eine überraschung gut ;-)

eine radikalisierung des autor konzepts findet ebenfalls statt falls man die serialisierung (ein autor schreibt, der nächste verändert und einer kommentiert) noch stärker entserialisiert. teilweise sieht man das schon bei www.nic-las.com/schnittstellen/ hier wird in einem applet oben angezeigt, falls jemand etwas verändert gerade jetzt. viel radikaler wird es wenn (das beispiel ist noch nicht auf dem netz, allerdings schon recht weit programmiert) wenn mehrere leute gleichzeitig an einem text schreiben koennen (mehrere cursor etc). mit dieser javaapplikation verändert sich das autor verhältnis nocheinmal radikal, weil nun definitiv nicht mehr die einzelnen überarbeitungsschritte überprüft werden können = der text zum "gemeingut" wird und der text als solcher entsteht aus einem chatten über und im text. [ die anwendung ermöglicht es gleichzeitig texte zu verändern, zu zeichnen, zu chatten = die anderen user/bots etc sind direkt sichtbar beim handeln ] dies soll auch in nic-las eingebaut werden = will man einen text bearbeiten, den schon jemand bearbeitet dann soll man in diesen mode gelangen. werde versuchen, das ding noch aufs netz zu bringen .. aber man weiss ja nie = zeit



* später mehr...

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die fragen und "antworten"

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aktuelle fassung in iaslonline lektionen in netart:
die aktuelle fassung des beitrags von thomas dreher (oktober 2002) enthält eine stark modifizierte beschreibung der funktionen von "nic-las", die auch als gebrauchsanweisung nützlich sein kann: http://iasl.uni-muenchen.de/links/lektion0.htm (vierter beitrag unter "theorie")...

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collaborative writing - knowledge in action
heiko idensen (hanover, germany)
data-, text-, social-, cultural spaces: collaborative writing - knowledge in action
hypertext-researcher, hyper-text-writer and -reader

working space for/in/about/behind/on viper «next odyssee»
http://www.hyperdis.de/viper01/

data space: the library is the most radical interface for the design of virtual worlds! (http://www.hyperdis.de/pool/)

text (t)space: texts in the internet write themselves through acts of navigation, association, commentary in the between-spaces: inter-texts

social space: the net culture has created a host of social action rooms and has fed the myths of text-based autonomous social structures in virtual spaces…(http://www.everything2.com)

cultural space: a freely configured information landscape…text becomes surface, intersection (http://www.niclas.com/enzyklopaedie)

collaborative writing: the documents in the net understood as fluid cultural objects which only become alive through the contact and the interaction with the user (http://www.hyperfiction.de)

knowledge in action: during «next odyssee» under the keyword 'vipern': (http://www.assoziations-blaster.de/a-blast.plx?begr=vipern)

bio:

heiko idensen (hei+co@hyperdis.de)

hei+co through the looking glass: http://www.hyperdis.de/hi/
hei+co as intertext: http://www.hyperdis.de/txt/
hei+co as a performer:
http://audio.uni-lueneburg.de/arbeiten/code/
hei+co dreaming associations:
http://www.assoziations-blaster.de/a-blast.plx?begr=idensen
search hei+co:
http://www.google.de/search?q=heiko+idensen&btng=googlesuche&hl=de&meta=lr%3dlang_de...

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intertextimplizierter autor (missbildung) steht für "intertextimpliziter autor"
intertextimplizierter autor

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label
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iaslonline netart
[ open width looking-glas ]

hmm das spuehlten gerade die suchmaschinen (applet) unten herein (es sucht die differenzen/begriffe ab = kontext) mal lesen bei zeiten .....

iasl ( anonymous ) add a comment/label/date

( anonymous )   add a comment/label/date

  unbewusste


  dynamic objects
subvisual
download jar-file (java)

subvisual
download jar-file (java)



 reference________________________________________

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